Tag Archive for: Newsletter

Oster-Newsletter erschienen

12. April 2017

Der neue Oster-Newsletter mit aktuellen Informationen zu den Brandenburger Köpfen ist da. Weiterlesen →

Brandenburger Köpfe mit neuen Büchern

12. April 2017

Sein Debüt als Autor erlebte Schaupsieler Steffen Schroeder mit seinem Buch „Was alles in einem Menschen sein kann – Begegnung mit einem Mörder“ auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse. Ebenfalls im März erschien der neue Roman „Klassenbuch“ des erfahrenen Potsdamer Schriftstellers John von Düffel. Bereits seit Februar  im Handel ist Christoph Dieckmanns neues Buch „Mein Abendland – Geschichten deutscher Herkunft“.

Zu den Werken:

Was alles in einem Menschen sein kann – Begegnung mit einem Mörder
Der mittlerweile in Potsdam lebende SOKO-Leipzig-Kommissar Steffen Schroeder begann vor vier Jahren als ehrenamtlicher Vollzugshelfer für einen zu lebenslanger Haft verurteilten Mördern zu arbeiten und berichtet in seinem Buch über genau diese Arbeit. Durch seinen Schützling Micha lernt er den Gefängnisalltag kennen, erfährt von Rangordnungen, Drogen und Ausbruchsversuchen. Über die Jahre dringt er tief in Michas Geschichte ein und erfährt immer wieder Neues und Überraschendes. Für Micha wird er wichtiger und wichtiger, er begleitet ihn bei Freigängen, ist ihm Auge und Ohr für die Welt. Bald sieht Schroeder sich selbst und sein Leben in neuem Licht: Was unterscheidet ihn eigentlich von Micha? Und welche Entscheidungen und Wendepunkte führen überhaupt dazu, dass ein Leben gelingt oder scheitert?

„Was alles in einem Menschen sein kann“ – Begegnung mit einem Mörder
rowohlt BERLIN
Klappenbroschur
288 Seiten
ISBN: 978-3-387134-087-1
EUR 16,99 (D)
www.rowohlt.de

Klassenbuch
In seinem Roman folgt John von Düffel neun ganz unterschiedlichen Schülerinnen und Schülern an entscheidenden Punkten ihrer Entwicklung. Es sind Hochbegabte und Schwänzer, Suizidgefährdete und Magersüchtige, Computernerds, Selbstdarsteller und Unsichtbare, deren Realität mit der digitalen Welt verschwimmt. Was als Kranz isolierter Perspektiven beginnt, verwandelt sich immer stärker zu einem fein verästelten Gesamtgebilde, in dem alles auf überraschende und erschütternde Weise interagiert. Die vielen Möglichkeiten, die anfangs offenzustehen scheinen, verdichten sich dabei allmählich zu einem gemeinsamen Schicksal.

Klassenbuch
DuMont Buchverlag GmbH & Co.KG
Hardcover
318 Seiten
ISBN 978-3-8321-8944-0
EUR 22,00 (D)
www.dumont-buchverlag.de

Mein Abendland – Geschichten deutscher Herkunft
Nichts, was Christoph Dieckmann schreibt, ist erfunden. Dieser unermüdliche Chronist der ZEIT erlebt sein »Abendland«. Ein Kind verschwindet, dann ein Staat. Die DDR-Nationalmannschaft ersteht neu, in Dresden demonstriert das Volk – wie 1989? Der greise Helmut Schmidt erklärt, er könne drei Jahrzehnte in die Zukunft blicken und ein Jahrtausend zurück. Auch Dieckmann erzählt Gegenwart als Herkunft aus Europas »Leitkulturen« Nationalismus und Krieg. Er führt nach Verdun, Exjugoslawien und an die Gräber der Roten Armee. Er folgt den Brüdern Grimm, Rosa Luxemburg und Willy Brandt. Er fährt mit der Eisenbahn ins »Morgenland«, von Istanbul bis Teheran. Und er predigt auf der Wartburg über das Fremde. »Mein Abendland« ist ein lebenspralles Buch über unsere Identitäten, deutschkundig und weltoffen.

Ch. Links-Verlag
Hardcover
272 Seiten
ISBN: 978-3-86153-938-4
EUR 20,00 (D)
www.christoph-links-verlag.de

Brandenburger Kopf unterstützt Spendeninitiative

12. April 2017

Axel Schulz, der Boxer mit Herz, hilft wo er kann. Gegenwärtig unterstützt er eine Spendenaktion für die Hinterbliebenen von zwei im Dienst getöteten brandenburgischen Polizisten. Die Spendenaktion, bei der zwei handsignierte Boxhandschuhe von Max Schmeling verlost werden, hatte Kriminaloberkommissar Lutz Boltz, ein Kollege der beiden Verstorbenen, initiert. Mit Unterstützung von Axel Schulz konnte die Internet-Spendenseite www.boxspende.de entwickelt werden, auf der jeder, der die Aktion unterstützen möchte, einen beliebigen Betrag spenden kann. Unter allen Spendern werden am 1. Mai 2017 die Boxhandschuhe verlost.

Die Boxhandschuhe des in der Uckermark geborenen Box-Weltmeisters Max Schmeling kommen aus dem Privateigentum von Lutz Boltz. Ein Brief von Max Schmeling beweist die Echtheit der Unterschriften.

Hintergrund
Bei einem Polizeieinsatz im Zuge der Fahndung nach einem 24-jährigen Tatverdächtigen, der nach derzeitigen Erkenntnissen zuvor seine Großmutter getötet hatte, sind am 28. Februar 2017 in der Nähe von Müllrose im Landkreis Oder-Spree die Polizeibeamten Torsten K. und Torsten P. an einer Straßensperre getötet worden. Beiden Polizeibeamte hinterlassen ihre Ehefrauen und jeweils drei Kinder.

Boxhandschuhe von Max Schmeling, Foto www.seiring.de

(Foto www.seiring.de)

Brandenburger Köpfe in Aktion

12. April 2017

Kurz notiert:

+++ DFB-Ehrenpreis für Bernd Schröder +++ Volker Schlöndorff verfilmt Kriminalroman +++ Internationales Theaterprojekt mit Eberhard Görner +++ Neuer Dreiteiler mit Anja Kling +++Romantische Spurensuche mit Jochen Kowalski+++


Turbine Potsdams Trainer-Legende Bernd Schröder ist im März mit dem „Ehrenpreis Lebenswerk“ des Deutschen Fußballbundes ausgezeichnet worden. Der 74-Jährige, der sich 2016 vom aktiven Trainerjob zurückgezogen hatte, ist der siebte deutsche Trainer, der diese Auszeichnung erhielt. Bisherige Preisträger sind Dettmar Cramer, Udo Lattek, Gero Bisanz, Otto Rehhagel, Jupp Heynckes und Ottmar Hitzfeld. Über das Lebenswerk von Bernd Schröder sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel: „Er hat alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Er hat sich nie verstellt, ist unbeirrt seinen Weg gegangen. Manchmal war er dabei unbequem, aber gerade das hat ihn ausgezeichnet und ausgemacht.“

Weitere Informationen: www.dfb.de


Der mit dem Deutschen Krimi Preis 2016 ausgezeichnete Roman „Der namenlose Tag“ von Friedrich Ani bildet die Vorlage für den neuen Film von Oscarpreisträger Volker Schlöndorff. Der Krimi erzählt die Geschichte des früheren Kriminalhauptkommissars Jakob Franck, der im Ruhestand mit einem alten Fall konfrontiert wird. Vor langer Zeit hatte er mit dem Tod eines 17-jährigen Mädchen zu tun. Die Polizei ging damals von Selbstmord durch Erhängen aus. Nun sucht der verzweifelte Vater, der nicht an den Selbstmord glaubte, ihn auf. Volker Schlöndorff führte bei dem ZDF-Film Regie und zeichnete auch für das Drehbuch verantwortlich. Die Dreharbeiten fanden in Berlin und Erfurt statt. Ein Sendetermin steht noch nicht fest.

Weitere Informationen: www.presseportal.de


„In Gottes eigenem Land“ heißt das Internationale Theaterprojekt im Rahmen des Reformationsjubiläums 2017 von Autor Eberhard Görner. In seinem historischen Roman „In Gottes eigenem Land. Heinrich Melchior Mühlenberg – der Vater des amerikanischen Luthertums“ erzählt Görner aus dem dramatischen Leben jenes Mannes, der als Patriarch des amerikanischen Protestantismus gilt.  Das Theaterprojekt, u. a. mit Gojko Mitić, hat am 29. April seine Uraufführung und Premiere am Theater Radebeul und kommt am 7./8. Juli auf Burg Storkow. Parallel zu den Aufführungen sind Vorträge, Workshops und Lesungen geplant.

Weitere Informationen: www.landesbuehnen-sachsen.de


Nachdem Schaupspielerin Anja Kling soeben im TV-Dreiteiler „Der gleiche Himmel“ im ZDF zu sehen war, startet ab 23. April die nächste DDR-Miniserie „Honigfrauen“ mit der Wilhelmshorsterin. An drei aufeinanderfolgenden Sonntagen jeweils um 20.15 Uhr zeigt das ZDF die deutsch-deutsche Familiengeschichte, in der sich zwei Schwestern im Jahr 1986 voller Hoffnung auf ein unbeschwertes Leben fernab der DDR-Heimat und unbeobachtet von Mutter (Anja Kling) und Vater auf den Weg an den Balaton begeben.

Weitere Informationen: www.zdf.de

Geburts- und Gedenktage

12. April 2017

Brandenburger Köpfe ab sofort mit Wikipedia-Eintrag

12. April 2017

Das Imageportal brandenburger-koepfe.de ist im fünften Jahr und damit offentsichtlich auch reif genug für Wikipedia. Ende 2012 in der Potsdamer Staatskanzlei von Brandenburger Köpfen wie Schauspielerin Anja Kling, Fußball-Trainer-Legende Bernd Schröder, Musiker Alexander Knappe und Ex-Boxer Axel Schulz zusammen mit dem damaligen Ministerpräsidenten und Matthias Platzeck frei geschaltet, hat es sich als ein Portal etabliert, das Einheimischen und Fremden Lust auf neue Entdeckungen und Erkenntnisse rund um Brandenburg macht. Gegenwärtig umfasst das Portal rund 500 historische und zeitgenössische „Brandenburger Köpfe“ aus Architektur, Film, Innovation, Literatur, Kunst, Medien, Musik, Politik, Religion, Sport, Wirtschaft und Wissenschaft. Vorschläge kommen aus der Bevölkerung, aus Vereinen und Institutionen. Aber auch Medienbeiträge liefern Anregungen für Recherchen.

Mehr gibt es unter: www.wikipedia.org/wiki/brandenburger_köpfe

Winter-Newsletter erschienen

23. Januar 2017

Der neue Winter-Newsletter mit aktuellen Informationen zu den Brandenburger Köpfen ist da. Was gibt es Neues von den Köpfen, wer sind die neuen Brandenburger Köpfe und was sagen sie über Brandenburg – lesen Sie es in unseren Winter Winter 2017-Newsletter.

Wenn Sie regelmäßig über Neuigkeiten der Brandenburger Köpfe informiert werden möchten, können Sie den Newsletter auch abonnieren.

Brandenburger Köpfe – Paten der Aktion „Meine Entdeckung“

23. Januar 2017

Die rbb-Programmaktion „Meine Entdeckung“ öffnet im Januar für Interessierte exklusiv Türen in Berlin und Brandenburg, die dem Publikum sonst verschlossen bleiben. Begleitet von prominenten Paten können jeweils rund 10 bis 15 Zuschauerinnen und Zuschauer einmal hinter die Kulissen schauen, um Neues zu entdecken und mit dem jeweiligen Prominenten ins Gespräch kommen. Die Brandenburger Köpfe Sebastian Brendel, Rainald Grebe, Britta Steffen, Matthias Platzeck, Michael Gwisdek und Hans Joachim Schellnhuber unterstützen die Aktion und stehen bzw. standen als Sportler, Gesprächspartner, Sänger und „Fremdenführer“ bereit. Die Aktionen wurden bzw. werden zu unterschiedlichen Zeiten verlost und die Beiträge in der Sendung „Brandenburg Aktuell“ ausgestrahlt.

Zu den einzelnen Aktionen der sechs Brandenburger Köpfe

26.01.2017 | Rainald Grebe
Mit Rainald Grebe ins Autohaus nach Schwedt heißt es am 26. Januar. Mit seinem Lied über Brandenburg machte er „das“ Autohaus in Schwedt berühmt und hat nun zu einem kleinen, exklusiven Konzert zwischen Neuwagen in genau dieses Autohaus eingeladen.

25.01.2017 | Britta Steffen
Wenn die letzten Besucher gehen müssen, dann öffnen sich am 25. Januar für ein einmaliges Badeerlebnis die Türen zum historischen Stadtbad Neukölln. Von 22 bis 2 Uhr können die Zuschauer gemeinsam mit der aus Schwedt stammenden Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen im Wasser ihre Bahnen ziehen und sich Tipps und Tricks holen.

21.01.2017 | Sebstian Brendel
Nach Kienbaum in das Bundesleistungszentrum ging es am 21. Januar mit dem dreifachen Kanu-Olympiasieger Sebastian Brendel. Mit einer Tour durch seine Trainingsstätten zeigte der Potsdamer die „zweite Heimat“ vieler Spitzenathleten, die in Kienbaum, ob Kanute, Leichathlet, Turner oder Schwimmer, beste Trainingsbedingungen an einem traditionsreichen Ort vorfinden.

18.01.2017 | Ministerpräsident a.D. Matthias Platzeck
In die Russische Botschaft in Berlin, Unter den Linden, ging es am 18. Januar mit Brandenburgs Ex-Ministerpräsidenten Matthias Platzeck. Zusammen mit dem russsischen Botschafter Wladimir Grinin konnten der Kuppelsaal und weitere Räume in der Botschaft, in der u. a. in den 1970er Jahren das Viermächteabkommen über Berlin ausgehandelt wurde, entdeckt und besichtigt werden.

17.01.2017 | Michael Gwisdek
Auf den roten Teppich ging es am 17. Januar zur Kino-Premiere des neuen Films „Kundschafter des Friedens“ von Michael Gwisdek und Henry Hübchen. Der in der Schorfheide lebende Michael Gwisdeck feierte gerade seinen 75. Geburtstag.

12.01.2017 | Prof. Dr. Dr. Hans Joachim Schellnhuber
Der Gründer und Leiter des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, Prof. Dr. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, führte am 12. Januar die Zuschauer durch das geschichtsträchtige Institut aus den 1870ern mit seiner großen Weltkugel in der Rotunde und einem Vortragsraum in der Kuppel.

Weitere Informationen rund um die Aktion: www.rbb-online.de/meineentdeckung

 

(Foto: Welcome, ArtsyBee/pixabay)

Potsdamer Ehrenbürger eröffnete sein Museum

23. Januar 2017

Die weltweit wichtigste Museumseröffnung in diesem Jahr fand am 20. Januar in Potsdams Mitte statt. SAP-Gründer und Museumsstifter Prof. Dr. h.c. mult Hasso Plattner eröffnete am Freitagabend im Beisein von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke und US-Unternehmer Bill Gates sowie weiteren Prominenten das neue „Museum Barberini“. Zuvor war der „Brandenburger Kopf“ auf dem Neujahrsempfang der Landeshauptstadt zum Ehrenbürger von Potsdam ernannt worden. Die „Brandenburger Köpfe“ Günther Jauch und Matthias Platzeck hielten die Laudationes.

Ministerpräsident Dietmar Woidke betonte, Plattner sei ein „Visionär, der seine Talente und Fähigkeiten auch für das Wohl der Gemeinschaft einsetzt„. Plattner verstehe es, Synergien zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur zu erzeugen sowie Lehre und Forschung nutzerorientiert und anwenderfreundlich auszurichten. Woidke resümierte: „Plattners Ideen fallen in Brandenburg auf fruchtbaren Boden. Er zeigt uns, dass Visionen machbar sind.“ Und ergänzend zur Museumseröffnung führt er aus: „Wunderbar der Ort, das Gebäude, das Museum – und nicht nur für Brandenburg, sondern weit darüber hinaus. Es wird ein Museum für alle sein, auch mit speziellen Kinderprogrammen. Das ist gut und schön. Ich bin Hasso Plattner sehr dankbar für dieses neue Brandenburger Juwel.“

Alt-Ministerpräsident Manfred Stolpe sagte: „Das Barbarini ist eine neue Perle in der ohnehin beachtlichen Kulturkette Potsdams. Ich bin mir sicher: Sie wird über die Landeshauptstadt und Brandenburg hinaus strahlen. Ich bin dankbar, dass Hasso Plattner Potsdam treu geblieben ist.“

Für die Öffentlichkeit öffnet Potsdams neues Museum, das nach dem Vorbild des kriegszerstörten Palasts Barberini errichtet worden ist, am Montag, dem 23. Januar 2017, mit den Ausstellungen „Impressionismus. Die Kunst der Landschaft““ und „Klassiker der Moderne. Lieberman, Munch, Nolde, Kandinsky“ sowie weiteren Einblicken in die Sammlung Hasso Plattners. Insgesamt werden über 170 Werke gezeigt.

Tickets und weitere Informationen zum Museum: www.museum-barberini.com

(Foto: Museum Barberini Frontansicht, Foto: Helge Mundt)

Neue „Liebeserklärungen“ an Brandenburg

23. Januar 2017

Lesen Sie, was der in Potsdam und im Havelland lebende Schauspieler Steffen Schroeder und der in Frankfurt (Oder) geborene Schriftsteller Hans-Jürgen Schmelzer über ihre Heimat Brandenburg sagen.

Steffen Schroeder, Foto Anne Heinlein

Steffen Schroeder

„Eigentlich ist es ganz einfach: Wenn meine Vorfahren aus der Lausitz und Westpommern stammen, man aber in Bayern geboren und aufgewachsen ist, anschließend seine Ausbildung im Ruhrgebiet absolviert und erste Berufserfahrungen in Österreich gesammelt hat, dann: kann man sein Herz nur in Brandenburg verlieren. Ob ich ein Brandenburger Kopf bin, weiß ich nicht. Ein Brandenburger Herz auf jeden Fall.“

Hans-Jürgen Schmelzer, Foto privat

Hans-Jürgen Schmelzer

„Gewissenhaftigkeit, Treue, Verantwortung für uns anvertraute Menschen sind nach meiner Erfahrung typisch märkische Tugenden.“

Der „Brandenburger Kopf“ stellte weiterhin nachfolgende Episode zur Verfügung:

Etwa ein Jahr nach der Wiedervereinigung erhielt ich Post aus Polen. Fünf polnische Familien baten mich um Bescheinigung ihrer Arbeitsjahre auf unserem Gut 1940 bis 1944, die sie für die Rente benötigen. Ich war sechs, als wir das Heimatdorf mit großem Treck verließen. Woher sollte ich wissen, wer auf unserem Betrieb beschäftigt war? Aber ich hatte im Fluchttagebuch meines Vaters gelesen, dass die in der Heimat verbliebenen Zivilpolen unser zurückgelassenes Vieh, ohne dass sie jemand dazu aufgefordert hatte, versorgten, sich sogar von der einquartierten Wehrmacht prügeln ließen, weil sie die kostbaren Zuchtböcke nicht zum Schlachten hergeben wollten. Das genügte mir, um bei meinem Notar die gewünschte Bescheinigung beurkunden zu lassen.
Zwei Wochen später erhielt ich wieder Post, diesmal von sieben polnischen Familien! Hatte ich doch einen Fehler gemacht? – Verwandte warfen mir das vor. Nun, ich hatte „a“ gesagt, also sagte ich „b“ und ließ auch diese schriftliche Bezeugung vom Notar besiegeln. Und wieder erhielt ich nach wenigen Wochen Post. Es war ein fröhlicher Dankesbrief. Die Rente war bewilligt worden und ich war mit meinem Sohn nach Polen eingeladen.
Viele Wochen später suchte ich für meine Mutter im Altenheim aus ihrem Schrank ein wichtiges Papier vom Finanzamt. Ich angele die falsche Akte – Aufschrift „Gut Sachsendorf im Oderbruch“. Ich schlage sie aufs Geratewohl auf und finde einen handgeschriebenen Zettel meines Vaters vor mit allen aufgeführten polnischen Personen, die auf dem Gut gearbeitet hatten. Es waren die, denen ich ihre Beschäftigung auf Gut Sachsendorf amtlich bescheinigt hatte. Gewissenhaftigkeit, Treue, Verantwortung für uns anvertraute Menschen sind nach meiner Erfahrung typisch märkische Tugenden.“