Deutscher Buchpreis für Lutz Seiler
Am Montagabend (6.10.) hat der Schriftsteller und Brandenburger Kopf Lutz Seiler mit seinem Debüt-Roman „Kruso“ den Deutschen Buchpreis 2014 gewonnen.
In der Begründung der Jury heißt es: „Lutz Seiler beschreibt in einer lyrischen, sinnlichen, ins Magische spielenden Sprache den Sommer des Jahres 1989 auf der Insel Hiddensee – einem „Vorhof des Verschwindens“. Hier sammelten sich Sonderlinge, Querdenker, Freiheitssucher, Menschen, die aus der DDR fliehen wollten. Man darf die packende Robinsonade um den titelgebenden Kruso und den jungen Abwäscher Edgar als wortgewaltige Geschichte eines persönlichen und historischen Schiffbruchs lesen – und als Entwicklungsroman eines Dichters. Der Text entwickelt eine ganz eigene Dringlichkeit und ist nicht zuletzt ein Requiem für die Ostseeflüchtlinge, die bei ihrer Flucht ums Leben kamen. Lutz Seilers erster Roman überzeugt durch seine vollkommen eigenständige poetische Sprache, seine sinnliche Intensität und Welthaltigkeit.“
Auch Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst gratuliert dem Schriftsteller Lutz Seiler für seine Auszeichnung mit dem Deutschen Buchpreis: „Es ist mir eine große Freude, mit Lutz Seiler einen Autoren beglückwünschen zu können, der neben Günther de Bruyn und Botho Strauß der wichtigste Autor ist, der im Land Brandenburg seinen Lebensmittelpunkt gefunden hat. Lutz Seiler hat sich zudem um die brandenburgische Literatur verdient gemacht. Zur Auszeichnung mit dem Deutschen Buchpreis für seinen Debütroman gratuliere ich ganz herzlich!“
Der Roman „Kruso“ ist Seilers erster Roman. Es ist der Roman eines Dichters, was in seiner sprachlichen Feinheit und Musikalität Ausdruck findet. Obwohl in dem Buch die Insel Hiddensee als Schauplatz alles überstrahlt, findet der Leser auch dem Autor vertraute Orte in Potsdam und Umgebung wieder, wie etwa der russische Friedhof an der Michendorfer Chaussee oder das „sowjetisches Städtchen Nr.7“ (Villa Quandt).
Aber auch in den Gedichtbänden „vierzig kilometer nacht“ oder „im felderlatein“ sucht der in Thüringen geborene Autor immer wieder Bezüge zur märkischen Landschaft und zu seinem märkischen Dichtervorfahren Peter Huchel, in dessen Haus in Wilhelmshorst er lebt und dort seit 1997 die Peter-Huchel-Gedenkstätte betreut. Mit außerordentlicher Sprachkraft verbindet der Autor Biographisches, Landschaftliches und Politisches zu »Nervensystemen der Erinnerung« (Seiler). Das gilt für seine Lyrik und Prosa gleichermaßen. Der 51-jährige ist bereits vielfach als Lyriker ausgezeichnet worden.
Weitere Informationen: www.deutscher-buchpreis.de und www.peter-huchel-haus.de








