Juli Zeh übernimmt Gast-Professur
Die Havelländerin und Schriftstellerin Juli Zeh erhält die diesjährige Brüder-Grimm-Gastprofessur an der Universität Kassel. Man würdige damit eine einflussreiche Autorin, die sich immer wieder in die gesellschaftlich-politische Debatte eingebracht habe», erklärte die Universität. Literarisch und politisch gehöre die 42-Jährige seit vielen Jahren zu den einflussreichsten deutschen Schriftstellerinnen.
Für ihr literarisches Werk erhielt Juli Zeh unter anderem den Deutschen Bücherpreis (2002) und den Thomas-Mann-Preis (2013). In ihren Werken behandelt die promovierte Juristin rechtsphilosophische Themen ebenso wie Fragen des Zusammenhalts und Zusammenlebens, von Normen, Machtstrukturen und kulturellen Freiräumen. Zuletzt veröffentlichte sie den Roman „Unterleuten“ (2016), in dem sie soziale Strukturen in einem Brandenburger Dorf aus der Perspektive verschiedener Bewohner darstellte.
„Dass politisches Engagement nicht zum bloßen Lippenbekenntnis verkommen darf, hat Juli Zeh in mehreren öffentlichen Kampagnen unter Beweis gestellt“, sagte Stefan Greif, Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Mitglied der Findungskommission. Zu Zehs Engagement gehörten international publizierte Stellungnahmen zum Bosnienkrieg sowie die Petition zur Aufklärung der Spähangriffe durch den US-Geheimdienst NSA.
In ihrer öffentlichen Antrittsvorlesung am 20. Juni (18 Uhr) wird Juli Zeh unter dem Titel „Eine Seite (von mir)“ über ihr Selbstverständnis als Roman-, Theater- und Kinderbuchautorin reflektieren. Am folgenden Tag (21.06., 20 Uhr) liest sie an der Universität Kassel aus ihren Werken. Daneben gibt es ein nicht-öffentliches Seminar im Rahmen des Lehrprogramms des Instituts für Germanistik mit dem Titel „Eine Seite (von euch)“.
Die Grimm-Professur vergibt die Uni jährlich an namhafte Autoren der Gegenwart. Die Gastprofessur bezieht sich auf das Werk der Brüder Grimm, die in Kassel gelebt und gewirkt haben.
Weitere Informationen: www.uni-kassel.de











