Stele für Johannes Lepsius
Eine weiße Marmorstele steht seit dieser Woche vor dem Lepsiushaus in der Großen Weinmeisterstraße in Potsdam. Geschaffen von dem Bildhauer Roland Stelter mit dem Namen „Zivilcourage“ soll die Stele der Erinnerung an den Völkermord an den Armeniern vor 100 Jahren und damit auch an den evangelischer Theologen und “Anwalt der Armenier” Johannes Lepsius erinnern.
Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst mahnte anlässlich des Festakts zur Enthüllung der Marmorstele, dass eine erfolgreiche Gestaltung der Zukunft nicht ohne eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit geht. „Zivilcourage fängt bei jedem Einzelnen an. Das beweist der Einsatz des evangelischen Theologen Johannes Lepsius – gegen alle Widerstände – für die Armenier im Ersten Weltkrieg. Dafür wird er heute zu Recht geehrt. Der Völkermord an den Armeniern geht auch uns etwas an: Die systematischen Vertreibungen, Todesmärsche und Massaker, denen die armenischen Männer, Frauen und Kinder im Osmanischen Reich ab April 1915 ausgesetzt waren, wurden durch die Duldung und das Wegschauen der damaligen deutschen Reichsregierung begünstigt. Dafür tragen wir auch heute noch die Verantwortung. Ich freue mich, dass wir mit dem Lepsiushaus eine Einrichtung im Land Brandenburg haben, die sich dieser Aufarbeitung auf einem hohen wissenschaftlichen Niveau stellt. Ich bin zuversichtlich, dass die derzeitige Diskussion über die Katastrophe, die sich in diesen Tagen zum 100. Mal jährt, zu neuen Perspektiven führt und zu einem Prozess der Annäherung zwischen den Menschen und Völkern beiträgt.“…weiterlesen Kulturministerium Brandenburg















