Brandenburger Kopf verstorben
Der Journalist und langjährige Sprecher der Bundesregierung Klaus Bölling ist im Alter von 86 Jahren verstorben.
Der 1928 in Potsdam geborene Bölling arbeitete von 1947 an zunächst viele Jahre als Journalist. Er schrieb für den „Tagesspiegel“ in Berlin, war u. a. Redakteur bei RIAS Berlin und beim Sender Freies Berlin sowie ARD-Hörfunkkorrespondent. Es folgten Stationen als Leitender Redakteur beim WDR und als Hörfunk-Chefredakteur beim Norddeutschen Rundfunk. Beim NDR entwickelte er zudem gemeinsam mit Gerd Ruge die ARD-Fernsehsendung „Weltspiegel“, die er zeitweise auch moderierte. Von 1969 bis 1973 leitete er das ARD-Studio in Washington, eher er für ein Jahr das Amt des Intendanten bei Radio Bremen übernahm. 1974 berief der neue Bundeskanzler Helmut Schmidt Bölling zum Regierungssprecher. Als Vertrauter und Berater des Bundeskanzlers gehörte er 1977 dem Krisenstab an, der im Zusammenhang mit der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer durch RAF-Terroristen und der Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ nach Mogadischu tagte. Bölling fungierte dabei als Kontaktmann zu den Flugzeugentführern.
1981 übernahm Bölling die Leitung der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in Ost-Berlin. Er bereitete in dieser Funktion unter anderem das Treffen Schmidts mit Erich Honecker am Werbellinsee vor. 1982 kehrte Bölling bis zum Ende der sozialliberalen Koalition im selben Jahr als Regierungssprecher nach Bonn zurück.
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, ebenfalls Brandenburger Kopf, würdigte seine Arbeit: „Klaus Bölling hat in für Deutschland wichtigen Zeiten die Regierungsarbeit der sozialliberalen Koalition an entscheidender Stelle mitbestimmt, ja auch mitgeprägt…“ Weiter sagte er „Klaus Bölling war auch für mich ein kluger Ratgeber. Ich bin ihm für seinen unaufdringlichen, aber immer weisen Rat sehr dankbar.“
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