Neues Haus für Hedwig Bollhagen
Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst hat am 2. Juli in Velten (Landkreis Oberhavel) das neu errichtete Bollhagen-Museum mit der Dauerausstellung der Keramikkünstlerin Hedwig Bollhagen eröffnet. Sie würdigte in ihrer Rede die neue Dauer-Ausstellung als weitere wichtige Stärkung der brandenburgischen Museumslandschaft. „Mit dem neuen Hedwig-Bollhagen-Museum wird nicht nur eine herausragende Sammlung zeitlos schöner Keramik dauerhaft im Land Brandenburg zugänglich gemacht – es entsteht auch gemeinsam mit dem Ofen- und Keramikmuseum am Standort einer immer noch produzierenden Ofenfabrik ein Zentrum der brandenburgischen Keramik. Das sind gute Ausgangspunkte für die weitere kulturtouristische Entwicklung der Region. Ich freue mich, dass wir den Bau des Museums sowie die Ausstellung finanziell unterstützen konnten. Das Museum und sein Konzept passen perfekt in die kulturpolitischen Leitlinien des Landes: Sie stärken die regionale kulturelle Identität, kurbeln den Kulturtourismus an und fördern die kulturelle Bildung.“
Das Museum wird den künstlerischen Nachlass der Keramikerin Hedwig Bollhagen mit Unikaten, Mustern und Einzelstücken dauerhaft öffentlich präsentieren. Es wurde auf dem Gelände der 1872 gegründeten Ofenfabrik Schmidt, Lehmann & Co in unmittelbarer Nachbarschaft zum Ofen- und Keramikmuseum Velten errichtet. Das Museum wird vom Förderverein Ofen-und Keramikmuseum Velten betrieben. Der künstlerische Nachlass Hedwig Bollhagens wird dem Museum als Leihgabe der Hedwig-Bollhagen-Stiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zur Verfügung gestellt. Die Errichtung und Ausstattung des Museums wurde vom Land mit insgesamt rund 900.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt. Darüber hinaus wurde die Ausstattung des Museums großzügig von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert.
Die 1907 in Hannover geborene Hedwig Bollhagen übernahm nach ihrer Ausbildung und ersten Berufserfahrungen 1934 die künstlerische Leitung der neu gegründeten HB-Werk¬stätten für Keramik GmbH, ehemals Haël-Werkstätten für Künstlerische Keramik GmbH, im brandenburgischen Marwitz. Die HB-Werkstätten produzierten vor allem Gebrauchsgeschirr, Garten- und Baukeramik. Hedwig Bollhagen führte die Werkstätten auch nach 1945 bis zur Verstaatlichung im Jahr 1972 weiter. Bis zur Reprivatisierung im Jahr 1993 blieb sie künstlerische Leiterin, danach übernahm sie als Eigentümerin erneut die Leitung der Werkstätten bis zu ihrem Tod im Jahr 2001. Internationale Bekanntheit erlangte die Keramikkünstlerin durch ihr schlichtes, zeitloses Alltagsgeschirr. Ihr Nachlass wurde 2004 als bewegliches Denkmal in die Denkmalliste des Landes Brandenburg aufgenommen.








