Neue “Liebeserklärungen” an Brandenburg
Michael Hirte: “Dieses Bild hat mir ein Fan geschenkt, nachdem ich ihm vom Kraftwerk in Lübbenau mit den sieben Türmen erzählt hatte. Lübbenau im wunderschönen Spreewald gehört auch zu Brandenburg, wie mein Geburtsort Spremberg. Immer wenn wir von einer weiten oder längeren Reise nach Hause kamen und von Weiten schon die sieben Türme sahen (die es jetzt leider nicht mehr gibt), wusste ich „Ich bin wieder zu Hause“. Viele schöne Stunden in meiner Kinder-und Jugendzeit habe ich in Brandenburg erlebt. U. a. habe ich in Lübbenau das Kahnfahren gelernt. Später dann habe ich als Straßenmusiker in Potsdam viel fürs Leben gelernt und den Grundstein für mein heutiges Leben als Musiker gelegt. Jetzt lebe ich mit meiner kleinen Familie in Thüringen. Dieses Bild hat bei mir einen besonderen Platz und lässt mich niemals all das Schöne, was ich in meiner Heimat, im Land Brandenburg erleben durfte, vergessen. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich in Brandenburg unterwegs sein darf.”
Dr. Dirk Ippen: “Mit dem Satz ‘Erst die Fremde lehrt uns, was wir an der Heimat besitzen‘, eröffnet Theodore Fontane seine Wanderungen. Sie sind für mich das Schönste, was bis heute über mein Geburtsland geschrieben wurde.
Meine Liebe zu diesem märkischen Dichter, der ja das Blut der Gascogne in sich trug, hat mich neben anderem beflügelt, nach der Wende in der damaligen DDR aus dem Nichts die Märkische Zeitung mit den Lokaltiteln „Oranienburger Generalanzeiger“, „Ruppiner Anzeiger“ und „Gransee Zeitung“ zu gründen.
Der Anfang in einem Container an der Havel in Oranienburg, ohne Telefon war mutig, aber doch beglückend mit einem Team von engagierten Mitarbeitern. Ich erinnere mich noch, wie ich zunächst vergeblich bemüht war, einer unseren engagierten Damen zu erklären, dass wir nun auch einen Anzeigenverkauf brauchen. In der DDR war das natürlich unbekannt. Schließlich fiel der Groschen meiner Gesprächspartnerin mit dem sympathischen Satz: ‘Ach, Se meenen, een Koofmich für Anzeigen!‘
Nun man muss sich nicht schämen, Koofmich zu sein, Fontane war schließlich auch ‘nur‘ Apotheker…“
Günter Verheugen: “Wenn man wie ich noch ziemlich neu ist in Brandenburg, merkt man vor allen Dingen eines: dieses Land will entdeckt werden, es drängt sich nicht auf mit seinem kulturellen und natürlichen Reichtum: ‘Mehr Sein als Schein’ könnte die Devise des Landes sein, und dass das geht, ist für einen Rheinländer doch sehr erstaunlich.”

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